Auslandsstudium – die ersten Tage – alles neu

Nun war ich endlich in Bozen angekommen. Die letzten Wochen habe ich bereits ungeduldig auf diesen Moment gewartet… Auf der einen Seite freute ich mich sehr eine neue Gegend zu erkunden und vor allem freute ich mich auf das Studium, auf der anderen Seite wollte ich wirklich nicht mein geliebtes Freiburg verlassen. Ich hatte immer ein Klumpen im Hals wenn ich daran dachte all die mir so wichtigen Menschen nicht mehr zu sehen.

Meine Mutter und mein Bruder hatten mich gerade verlassen, jetzt sahs ich da, alleine in meinem neuen Zimmer und ich spürte wie mein Herz schwer wurde…
Fragen über Frage schossen mir in meinen Kopf: Was mach ich denn hier? Warum bleib ich nicht einfach dort wo es mir gefällt, wo ich all meine Freunde habe…? Wieso muss ich es mir denn immer so schwer machen?

,,Okay, stop! So kann das nicht weiter gehen!”, ich riss mich zusammen stand auf und fing an meine Taschen auszupacken. ,, Jetzt mach ich es mir hier erstmal richtig gemütlich!” Trotz einer 7 stündigen Autofahrt und später Uhrzeit packte ich all mein Hab und Gut aus und begann mein Zimmer schön einzurichten und zu dekorieren.
Nein, ich wollte es einfach nicht akzeptieren, mich von meinen Gefühlen niederziehen zu lassen! Gegen 1 Uhr Nachts fiel ich zufrieden und komplett erschöpft in mein frisch bezogenen Bett. Und morgen, ja morgen werde ich erstmal die Umgebung erkunden!

Am ersten Morgen – Mein Zimmer fertig dekoriert 🙂

Beim ersten Morgengrauen wachte ich auf – 6 Uhr, perfekt! Da habe ich den ganzen Tag noch vor mir! Nach dem Frühstück schnappte ich mir mein Rad und machte mich auf Erkundungsreise. Als ich das Heim verlassen habe, viel mir erst jetzt so richtig auf, was für ein Glück ich mit der Lage hatte. In südlicher Richtung war die Altstadt in welcher ebenfalls die Universität liegt, in nördlicher Richtung lag gleich ein großer Berg mit perfektem Wanderweg! Die Altstadt werde ich mir heute Nachmittag vornehmen, das wichtige zuerst! Jetzt geht es auf den Berg!

Ich muss eingestehen, dass der Anstieg doch unerwartet steil war! Zwar war ich viel in den Bergen im Schwarzwald unterwegs, doch das war ein Schwerz hiergegen. So schob ich größtenteils mein Rad auf dem steinigen steilen Trail den Berg hoch, freute mich aber schon total auf die Abfahrt. Oben angekommen entdeckte ich dann ein Schild “Radfahrer verboten” Na toll! Und wie komm ich jetzt runter? Alles runter zuschieben wollte ich wirklich nicht… Ich irrte etwas auf dem Berg im Wald herum und fand zu meinem Glück eine Forststraße welche, an Weinreben vorbei, ebenfalls zurück in die Stadt führte.

Anfahrt nach Bozen

Zurück im Studentenwohnheim angekommen, begab ich mich in die Küche, auf die Terrasse, in die Bibliothek, in den Sportram, auf den Gang,… alles war leer, nichts – keine Menschen… So sehr würde ich mich jetzt über ein paar Menschen freuen! Jemand zum reden, Jemanden kennenlernen… Doch das Heim war noch wie ausgestorben. Das Studium beginnt erst in ein paar Wochen und die meisten Studenten werden erst kurz davor anreisen. So war ich allein in einem schönen und rießeigen Gebäude… Ich ging in mein Zimmer, setzte mich auf mein Bett und dachte nur wie gerne ich jetzt in meiner geliebten Boulderhalle in Freiburg sein würde. Dort mit meinen Freunden lachen und Spaß haben… doch jetzt sitze ich hier, allein, ganz allein… Mir kamen die Tränen hoch… und ich konnte meine Traurigkeit nicht zurückhalten. Und legte mich erstmal ins Bett…

Eine halbe Stunde später, überwand ich mich aus dem Bett zu gehen! ,, He, der Tag hat doch ganz gut mit der Radtour begonnen, jetzt schau dass du weiter einen schönen Tag hast und zieh dich selbst nicht so runter!” Ich wusste ja selbst, dass meine Gefühle von im Bett liegen und weinen nicht besser werden! So schnappte ich mein Schlüssel und wanderte in die Altstadt.

Ich lief durch die schmalen Gassen, Steinhäuser aneinander gereiht. Menschen tummelten sich vergnügt in den kleinen Parks am Rande der Stadt rum, gingen einkaufen und genossen die Sonne. Einfach eine sommerliche Urlaubsatmosphäre. Ich versuchte zu genießen, genießen und mich einfach darüber zu freuen hier sein zu dürfen. Die Gefühle des Vermissens und Alleinseins zu unterdrücken und vergessen. Ja das gelang mir durch die vielen verschiedenen Eindrücke hier in der Stadt sehr gut. Doch Zuhause angekommen, kam die Einsamkeit wieder hoch. Ja da musste ich jetzt wohl durch!

Ich war die ersten Tage doch sehr traurig und fühlte mich sehr einsam. Tag für Tag stellte ich mir selbst ein Programm auf, versuchte so wenig wie möglich allein im Heim zu sein und war hauptsächlich draußen an der frischen Luft unterwegs. Die traumhafte Umgebung hier, bring mich glücklicherweise auf andere Gedanken.
Ich fuhr viel Rad und ging fast täglich auf meinen “Hausberg” wie ich ihn nenne. Jedoch machte ich nicht mehr den Fehler den Trail mit dem Rad zufahren/schieben. Ich gewöhnte es mir an hier meine morgendliche Jogg-strecke langzulegen. Auch wenn es am Anfang unglaublich hart war diese Steigung hoch zu rennen, merkte ich wie ich mal für mal besser wurde und es mir zunehmend Spaß machte.
Um ein paar Menschen kennen zulernen beschloss ich, in die Kletterhalle in Bozen zu fahren. Zwar konnte ich zunächst nicht wirklich klettern, da mir ein Kletterpartner zum sichern fehlte, doch den Boulderbereich in der Halle könnte ich ja unsicher machen 🙂
Ich freute mich sehr darauf und fuhr voller Vorfreude mit meinem Rad die 30 Minuten zu der etwas entfernt gelegenen Halle. Sie war riesig! Nun war ich um so mehr gespannt, was sie innen zu bieten hatte! So groß sie von Außen aussah, so klein war der Boulderbereich… ich war zugegeben sehr enttäuscht… Der Bolderbereich war nicht nur sehr klein sondern auch unglaublich dreckig, die Bouldergriffe ohne jeglichen Grip, die Routen kreuz und quer ohne jegliche Rücksicht geschraubt… Das war ich wirklich nicht gewohnt. Im Blockhaus Freiburg, meiner alten Boulderhalle, waren die Bouldergriffe unheimlich sauber, voller Grip und bedacht angebracht… Auch das eigentliche Ziel, Leute kennenzulernen erreichte ich nicht wirklich. Das Wetter war einfach zu schön, so zogen es wohl die meisten vor, draußen Sport zu treiben (was ich wirklich auch nachvollziehen kann). So blieb die erhoffte Freude aus, nach 2 Stunden fuhr ich zurück in das Heim und war etwas bedrückt.

Ja, es ist gerade ein harte Kampf! Ich rappel mich jeden Tag aufs Neue auf und schau, dass ich unter Menschen komme, raus geh und genieße. Doch ich vermisse meine Freunde sehr! Aber ich weiß auch, dass es Woche für Woche besser wird. Ich freue mich einfach nur so sehr darauf, wenn mein Studium beginnt. Da werde ich wohl endlich Menschen mit den gleichen Interessen kennen lernen! Und bis dahin wird gekämpft!

Life is what you make out of it

There was a man who searched for happiness and the meaning of life. He thought it´s a great idea to spend time without anybody to find his meaning in life. So the decided to go out into the forest, looking for a cave to sit and meditate alone.

So the man went off to the forest, but of course you position yourself close to the village, because you need food. So he sat there and started mantra. Whenever he got hungry, he came to the village got some food and went back.

And as night fell he noticed there was a fox, lying on the ground without any legs, but still he was well fed and healthy. Nature is not kind to any kind of incapability. If you lose your legs, you lose your life. But this fox has lost it’s legs but well fed and healthy. He was surprised.

He was wondering but decided to ignore it and focus on his meditation again. As night fell he heard the roar of a lion coming, he forgot about his meditation and climbed up a tree. He sat there and for his amazement, the lion, a full grown male lion came with a piece of meat and brought it and dropped it in front of the fox and went away.

The fox had it’s dinner. He couldn’t believe this. A crippled fox is being fed by a furious lion. Hallelujah. This is a miracle. This is a message from the divine.
What is it? What is it? What is it? And he was wondering and wondering and the next evening the lion came again with a piece of meat, dropped it in front of the fox and went away. Now he thought – for sure this is a message god is sending to me.

What is it? Then he interpreted it in his own way. He said : “Even a crippled fox in this forest is being fed by a lion, you fool, what are you going looking for food for, just sit here and it will come and fall in your mouth”. So he simply sat. One day, two days, three days, meditation became more like a struggle, fourth day even more, by the seventh day he was starving, he was between life and death.

Another yogi was passing that way, he heard these sounds of a man dying, he came down and asked : “What happened to you, why are you in this condition?”. The starving man said : “Oh yogi, please tell me. A divine message came to me, I went by the message and I became like this”. The yogi asked : “What happened?. The starving man said : “Look there, there is a crippled fox, every day that fox is being fed by a furious lion, is this not god’s message to me, is this not a divine message?”.

The yogi looked at him and said : “Definitely this is a divine message, but why is it that you chose to be like a crippled fox and not like a generous lion?

-From the words of Sadhguru

Auslandsstudium – Los geht´s

,,Oh stimmt, die Schuhe vom Regal noch”, ich schnappe meine Laufschuhe von unserem Schuhregal im Flur meiner WG in Freiburg und stopfe sie in eine von drei bunten Tragetaschen auf meinem Boden. Neben ihnen steht mein vollgepackter blauer Backpacker Rucksack und ein großer Reisekoffer. Das waren nun wohl all meine kompletten Besitztümer… Okay, ich hatte noch zwei Räder und meine Ski, welche ich unbedingt mit nach Italien nehmen wollte.
Ich war so froh, als meine Mutter und mein Bruder sich bereit erklärten mich mit dem Auto und meinen Besitztümern nach Bozen zu fahren. in Bozen, in dem traumhaft schönen Südtirol, wurde ich für ein Masterstudium angenommen.

Meine Reise durch die Südtirol vor einem Jahr – Ich war so begeistert von dieser Landschaft!

Als ich vor einem Jahr mit dem Rad auf meiner Reise von Deutschland nach Kroatien durch Bozen kam, war ich von der Umgebung so angetan und habe mich gefragt, ob man den etwas hier in der Gegend studieren könnte. Vor einigen Monaten, als ich mich für Masterstudiengänge beworben habe, ist dieser Gedanke in mir wieder hochgekommen und ich habe spaßeshalber mal nachgeschaut was die Universität Bozen so bietet. Zu meinem Erstaunen habe ich einen für mich wohl perfekt passenden Studiengang gefunden ,,Environmental Management of Mountain Areas”. Ich war total begeistert, dass es überhaupt so ein Studiengang gibt. Nachdem ich mich genaues darüber informiert hatte, war jedoch der Glaube daran in diesem Studiengang angenommen zu werden sehr klein… 19 Student werden international nur angenommen, ,, Na, dann ist die Wahrscheinlichkeit wohl sehr gering, dass ich dort studieren kann”. Nichtsdestotrotz schrieb ich eine Bewerbung, machte mir aber nicht all zu große Hoffnungen. Umso großer war die Freunde als ich aus heiterem Himmel eine Zusage bekam. Ich konnte es kaum fassen und musste mich auch nicht groß entscheiden, ob ich dies annehmen sollte.

Aufbruchstimmung in meinem WG Zimmer in Freiburg – Kurz vor Auszug

Und nun stand ich nervös, freudig in meinem momentanen WG Zimmer in Freiburg. Ja davon musste ich nun Abschied nehmen. Davon und von meinen engen Freunden hier… Es fällt mir unheimlich schwer Freiburg, die Stadt in der ich vor 4 Jahren mein Studium der Umweltnaturwissenschaften begonnen habe, zu verlassen.
Vor meinem Studium war ich 3 Jahre rastlos unterwegs, ich wohnte höchstens 3 Monate an einem Ort um zu arbeiten und reiste heiter durch die Welt. Nie hätte ich gedacht, dass ich es für eine längere Zeit an einem Ort aushalten würde, doch Freiburg hat mich etwas anderes gelehrt.

Biken in Freiburg – Ich werde diese Landschaft und die Menschen so vermissen!
Bouldern im Blockhaus, Freiburg – Ein Ort an dem man sich nur wohlfühlen kann!


Auch wenn ich diesen Ort immer wieder verlassen habe, sind sehr enge Freundschaften entstanden. Vielleicht auch gerade weil ich diesen Ort immer wieder verlassen habe, denn immer dann habe ich gemerkt, wie sehr mir diese Menschen wichtig sind und ich Heimweh bekomme. Ja ich fühle mich hier schon richtig wohl, doch jetzt heißt es mal wieder Abschied nehmen, dieses Mal wohl für eine längere Zeit. Denn ich weiß, da draußen wartet noch ein anderes Leben auf mich, voller Überraschungen und Erfahrungen, jetzt ist noch nicht die Zeit um mich hier niederzulassen.

Nur wenn du bereit bist das Gewohnte aufzugeben, wirst du von den Wundern des Neubeginns beschenkt.

“RINNNNNGGGG”, schon klingelte, pünktlich um 9 standen mein Bruder und meine Mutter vor der Tür. Schnell waren meine paar Taschen in das Auto geladen und die Räder montiert. Ich verabschiedete mich von Linda, meiner Mitbewohnerin, stieg ein und fuhr los. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, aus dieser mir so gewohnten und geliebten Stadt zu fahren… zu fahren in etwas unbekanntes, in etwas was komplett neu war, ich kannte niemand, keinen Menschen in Bozen… es war bedrückend doch zugleich ein so befreiendes Gefühl!

Aufwiedersehen Freiburg – Ich werde dich vermissen!

Wir fuhren durch atemberaubende Landschaften, an klaren Seen und Flüssen vorbei, durch grüne, saftige Täler und auf sich windenden Landstraßen. Die 5 Stunden Fahrt vergingen wie im Flug, ich übernahm größtenteils das Fahren, um mein Bruder und meine Mutter etwas zu entlasten, da sie noch die Rückfahrt vor sich hatten. Sehr genoss ich die Zeit mit Ihnen. Es war schön sie wieder zu sehen und einfach mal 5 Stunden im gleichem Raum mit ihnen zu sein.

Und nun fuhren wir den Brennerpass runter, nur noch wenige Minuten und ich werde mein neues Heim für die kommende Zeit sehen. Ich hatte das Glück und wurde in einem kleinen Studentenwohnheim angenommen. Dies würde mein finanzielles Polster hier als Student doch etwas entlasten, da ich hier im vergleich zu einem WG Zimmer in Bozen 200-400€ pro Monat sparen würde. Naja jetzt war ich dann aber doch sehr gespannt, was ich für dieses Schnäppchen bekomme. Meine Erwartungen setze ich vorsichtshalber sehr herunter, ,,Immerhin ist es günstig” sagte ich mir immer wieder.

Vom Brenner bogen wir auf kleine Seitenstraßen ab und fuhren an unzähligen Weinreben vorbei, das Studentenwohnheim liegt nördlich in der Altstadt. Ja doch die Umgebung scheint nett zu sein, hoffen wir mal dass wir nicht mehr all zu weit fahren. Doch da war schon das Wohnheim. Im mitten von Weinreben und alten italienischen Steinhäusern. ,,Wundervoll!” Dachte ich.


Ich betrat das Hauptgebäude, durch die momentanen Covid-19 Regelungen, musste ich mir ein Termin zum Einzug machen und durfte nur Hilfe beim Einzug von einer Person bekommen. Im Büro empfing man mich sehr herzlich. Mein Studentenwohnheim, das Collegium Marianum, ist ein sehr kleines Wohnheim mit 36 Zimmer und wird durch das größere Wohnheim Peter Riegel, welches gleich neben an ist, mitverwaltet.

Nach einer kurzen Einführung und Dokumentenkram, half mein Bruder mir mein Gepäck in mein Zimmer zu tragen. Ich war fasziniert, ich hab ein eigenes Bad mit Dusche und WC auf dem Zimmer, es gibt eine Bibliothek, einen Sportraum, ein Fußball und Volleyball Platz. Zudem gibt es zwei Küchen mit Terrasse. Es war unglaublich sauber und ordentlich hier, was ich nach meiner alten WG in Freiburg doch sehr zuschätzen wusste.

Sicht aus dem Fenster in meinem neuem Zimmer!

Kaum war mein Kram in mein Zimmer gebracht, musste ich mich auch schon wieder von meinem Bruder und meiner Mutter verabschieden… Da mein Bruder morgen wieder zur Arbeit muss, hatten sie heute noch den ganzen Rückweg vor sich. So nun sitze ich wieder da – allein – in meinem neuen Zimmer in Italien. Alles so unbekannt und fremd.
Das ist das wohl der Neuanfang – Der Start von etwas ungewissen. Was werde ich wohl alles hier erleben? Was lernen? Was lieben? Und was wird mich herausfordern?

– Alles Neu-

Nichts macht so viel Angst wie ein Neuanfang – und nichts bietet so viel Chancen!

Flughafen Nacht und Hostel Leben Perth

Mein Blick fiel auf die große Flughafenuhr ,,Noch 7 Stunden warten…”.

Melbourne Airport, nachdem ich mein Flug von Neuseeland nach Australien gut überstanden hatte, gab es für mich dieses Mal nur einen kurzen Zwischenstopp in Melbourne. Ich hatte meine Flüge so gebucht, dass ich mir die Hostel Nacht sparte und in der Früh mein Anschlussflug nach Perth wahrnehmen würde. So lag ich nun auf dem kalten Flughafen Boden vor dem Check-In Schalter der Virgin Australia. Es war 11 Uhr am Abend, gegen 5 Uhr in der Früh würde der Schalter öffnen. Mit meinem großen Rucksack wollte ich nicht lange am Flughafen rumspazieren, zumal es hier sehr ruhig und menschenleer war.

Die Nacht am Flughafen Melbourne

,,Ok nun sollte ich etwas schlafen” sagte ich zu mir. Ich merkte wie mein Körper sehr erschöpft war und schloss die Augen.

Der Boden war kalt, mehrere Male wachte ich durch das Putz-personal, welches fleißig um mich herum arbeitete, auf. Zu Ruhe kam ich nicht wirklich, war ich doch ständig in einer Hab-Acht-Stellung. Zumindest hatte ich mich etwas ausgeruht. So schleppt ich mein großen Rucksack die letzen Meter zum Check-In und fiel ein paar Stunden später glücklich in meinen Flugzeugsitz.

Nach 3 Stunden Schlaf im Flugzeug kam ich in Perth an. Echt erstaunlich wie riesig Australien ist… In Melbourne herrschte ein Regensturm bei frischen 23 C°, angekommen in Perth überraschten mich 35C° und es war erst 8 Uhr am morgen.

Da mein Zug in das Outback erst morgen Perth verlassen würde, hatte ich für eine Nacht ein Bett in einem Hostel gebucht. So marschierte ich halb ausgeruht mit meinem ganzen Hab und Gut durch Perth und suchte nach meinem Hostel. Dort angekommen konnte ich sogar schon einchecken und mich etwas ausruhen.

Im Gang lernte ich Sam kennen, er lebt schon seit 3 Jahren hier in Australien und kommt ursprünglich aus dem Libanon. Er ist wohl die erste Person aus dem Libanon, der ich hier auf meinen Reisen begegne. Ich war sehr interessiert mehr über sein Land und seine Kultur zu erfahren und Sam war ein sehr netter Geselle. So gingen wir zusammen die Stadt erkunden und bereiteten uns am Abend gemeinsam ein köstliches libanesisches Abendmal zu. Es gab gegrilltes Gemüse und Brot mit selbstgemachten Humus.

Der Libanon wird zu den Maschrek-Ländern und zur Levante gerechnet. Das bis zu 3000 Meter hohe Libanon-Gebirge ist im Winter schneebedeckt. Von dessen weißen Gipfeln wird der Landesname abgeleitet, der auf die semitische Sprachwurzel („weiß“) zurückgeht.

Am Abends saßen wir noch zusammen mit weiteren Backpackern aus aller Welt im Hostel gemütlich zusammen, der Tag ging viel zu schnell vorbei gegen 12 Uhr kletterte ich tot müde auf das Stockbett im Hostel und schlief innerhalb von Sekunden ein.

Bereits um 4.30 klingelte mein Wecker, mein Zug würde zwar erst um 7 Uhr los fahren, jedoch wollte ich vor der langen Zugfahrt mich noch etwas auspowern und entschloss noch ein paar Meter durch Perth vor der Fahrt zu joggen.

Ausblick von Kings Park auf die Stadt Perth – Morgens 5 Uhr

So schwer mir es fiel am Morgen aus dem Bett zu kriechen und laufen zu gehen, so schön war es doch in der Frischen Morgen Luft durch die Stadt zu rennen. Zu meinem Erstaunen waren bereits schon ein paar Läufer unterwegs. Ich rannte Richtung Kings Park, welcher auf einer kleinem Berg am Rande der Stadt liegt. Von dort aus hatte ich ein wundervollen Ausblick auf die noch schlafende Stadt. Ich genoss den Morgen so sehr. Durch lange Zeit für den Genuss hatte ich nicht, ich musste sehen, dass ich bald zurück im Hostel ankam und mich auf den Weg zum Bahnhof machte.

Auf wiedersehen Neuseeland

Heute hieß es Abschied nehmen! m 5 Uhr in der Früh riss mich mein Wecker aus dem Schlaf. Das was dann nun die letzte Hostelnacht hier in Neuseeland… Ich kuschelte mich noch einmal tief in meine weiche Decke ein, roch den Duft, der mich so an dieses Hostel erinnert und ließ mir die letzen traumhaften Wochen hier in Nelson durch den Kopf gehen.
Ein Film erschien mir in meinem inneren Auge, wie ich ihn besser nicht schreiben konnte. In meinem Augen sammelten sich Tränen, ja das war wohl pures Glück, das ich gerade verspürte.

Aussicht auf Nelson

Nun war es aber Zeit weiter zu reisen – wenn es am schönsten ist, soll man ja angeblich gehen.
So stieß ich mich aus dem weichen Bett, zog meine Laufschuhe an, schnappte meine Kopflampe und ging für ein letztes Mal meine Morgenrunde am Hafen joggen. Alles war so still und friedlich, die frische Meeresluft war gerade zu perfekt um meinem Körper und Geist aufzuwecken und mich auf den Tag vorzubereiten.
In den letzen Wochen ist der Morgensport am Meer und ein Sprung in das kalte Nass zu meinem geliebten Morgenritual geworden – Was ein Traum ich lebte.

Nach dem Morgensport musste ich mich etwas beeilen! Mein Flug würde um 21 Uhr von Christchurch gehen. Ich befand mich jedoch noch in Nelson, ein Bus hatte ich nicht gebucht. Ich wollte auch heute wieder mein Glück mit hitchhiken (trampen) versuchen, auch wenn es dieses Mal durchaus riskant war! Würde ich nicht mitgenommen werden, würde ich meinen Flug verpassen. Bis nach Christchurch waren noch 700 km auf neuseeländischer Landstraße zurückzulegen. Ich verabschiedete mich von meinen gewonnenen Freunden im Hostel und zog los.

All zu schnell ging der Abschied im Hostel dann nicht, gegen halb 9 fuhr mich Anne Sophie, welche ebenfalls mit im Hostel wohnte, aus der Stadt zu einem besseren hitchhiking Spot. Hier sollte mich schnell jemand einsammeln – Perfekt!

Fisch für alle im Hostel

Ich stieg ein und los ging die Fahrt entlang der traumhaften Westküste der Südinsel von Neuseeland. Vor einigen Jahren zerstörten das Kaikura Erdbeben große Teile dieser Küstenstraße. Ich kannte die alte Strecke und war sehr erstaunt was so ein Erdbeben anrichten kann. Ganze Feldblöcke stürzen auf die Straße, Teile der zerstörten Straße waren zwar schon wieder aufgebaut, jedoch sah man noch deutlich die Vermächtnisse des Erdbebens.

Ich hatte sehr interessante Gespräche mit Sophie, welche mich während einer kleinen Pause auf der Strecke in ein Restaurant einlud. Ich war unglaublich glücklich und froh die Entscheidung getroffen zu haben nach Christchurch zu trampen. So habe ich die Möglichkeit gehabt näher an die Einheimischen zu kommen und von ihnen und ihrer Sicht auf das Land zu lernen.

Gegen 5 Uhr am Nachmittag kam ich ausgelassen am Flughafen an. Was ein verrückter Tag dachte ich nur. Und jetzt geht das Abenteuer weiter. In ein paar Stunden werde ich das wundervolle Neuseeland verlassen und mich in eine neue Welt in Australien begeben. Ich begann bereits die Menschen, die ich in den letzten Wochen hier kennengelernt habe zu vermissen. Jedoch kam zugleich Freude und Aufregung in mir hoch, was werde ich wohl in Australien alles erleben, auf wen werde ich dort alles treffen?

Biking New Zealand

Es ist unglaublich wie schnell die Zeit vergeht! Es kommt mir wie gestern vor, als ich total aufgeregt mit meinem großen blauen Rucksack in das Hostel eincheckte…. Nun verbleiben mir noch 2 kurze Tage meines Praktikums und dann habe ich dieses Kapitel abgeschlossen. Ich habe jeden einzelnen Tag so genossen, viel gelernt und viel gelacht!

Sonnenaufgang in Nelson

Sehr gerne würde ich mein Praktikum auch verlängern, doch leider kann ich dort kein Geld verdienen. Mein finanzielles Polster wird mit der Zeit doch etwas kleiner, so habe ich mich entschlossen das Praktikum wie vorgesehen nach 4 Wochen zu beenden und als eine wundervoll lehrreiche Zeit in meinem Gedächtnis abzuspeichern!

Entspannen im Hostelbett

Da diese Woche hier an zwei Public Holidays sind, verbleiben mir in meiner letzten Woche leider nur 3 Tage an denen ich zur Arbeit gehen kann. Auf der einen Seite freu ich mich natürlich um die freie Zeit die ich nun habe um die Umgebung zu erkunden. Auf der anderen Seite habe ich große Lust jeden Tag zur Arbeit zu gehen. Ich fühle mich dort sehr gebraucht und erfüllt wenn ich einen Kollegen unter die Arme greifen kann.

Hostel leben Costumhouse

Auch hier im Hostel fühle ich mich sehr gebraucht und geh total in meiner Arbeit auf! Auch wenn mit der Zeit immer mehr Leute in das Hostel kamen und es zunehmend voller wurde, bin ich doch sehr sehr gerne hier und suche dann meine ruhigen Minuten in der Natur bei einem kleinen Morning-Run oder Mountainbike Tour in den umliegenden Wäldern.

Am Strand 15 Minuten vom Hostel entfernt

Am Wochenende habe ich mir verdient eine längere und anstrengendere Mountainbike tour gegönnt. Nelson hat über 150 ausgewiesene Mountainbike Trails. Für jeden ist hier etwas dabei! Von den entspannten Grade 1 Touren für die ganze Familie bis hin zu den extremen Vollprofi Grade 5 Touren.

Natürlich musste ich wieder meine Grenzen testen und konnte es nicht lassen mich an einen 5 Grade Trail zu wagen. Zumindest wollte ich ihn mir mal anschauen, dachte ich 🙂

Aussicht vom Trail

Zunächst ging es am kristallklaren Fluss entlang durch das traumhaft grüne Maitai Valley. Ich stärkte mich mit ein paar Brommbeeren welche es zu Genüge überall am Wegrand gab. Sie waren unheimlich köstlich und ich genoss ihre süße und fühlte mich sehr gestärkt für den kommenden Anstieg! Oben angekommen fühlte wie ich doch sehr aufgeregt und nervös war. Angst? Nein Angst wollte ich nicht aufkommen lassen. Viel mehr habe ich mir in letzter Zeit angewöhnt das Gefühl der aufkommenden Angst nicht einfach hinzunehmen! Ich wollte mit dieser Angst arbeiten. Ich trainierte immer wenn diese Angst in mir hoch kam (meist während irgendwelchen Outdoor Aktivitäten) sie zu nehmen und mich nicht von ihr schwächen oder hindern zu lassen. Stattdessen versuchte ich sie jedes Mal in positive Energie der Aufregeung umzuwandeln und sie so für mich und nicht gegen mich zu nutzen.

Oben angekommen 🙂

So auch oben auf dem Berg! Ich atmete tief durch, setze mich aufs Bike und fuhr los! Die Bremsen quietschten, der Boden war schrecklich trocken und es staubte wie verrückt! Ich fuhr um die Kurve sah nur noch einen steilen ausgetrockneten Waldabhang vor mir und stürzte los. Meine Reifen waren schon ziemlich abgefahren, Grip hatte ich wirklich nicht! Nur nicht bremsen dachte ich, das hätte auch theoretisch so geklappt, wäre der Baum, der immer schneller auf mich zukam, nicht gewesen. Ich versuchte jetzt doch zu bremsen, um nicht mit Vollgas auf dem Baum zu landen! Innerhalb von Sekunden lag ich auf dem Boden und rutschte schön auf dem rauen Waldboden hinunter.

Zumindest haben sie ein Schild aufgestellt:)

Naja zumindest stoppte mich der Baum 🙂 Zum Stehen gekommen verschnaufte ich kurz, klopfte den Staub ab und schwang mich wieder aufs Bike! Aufgeben gibt’s nicht! Jetzt erst recht dachte ich mir und brachte den Trail ” Deadly Viper” hinter mich. Unten angekommen war ich vollgepumpt mit Adrenalin und nahm erstmal ein Bad im kühlen Fluss. Was ein Trail! Was ein Tag!

Praktikum in Neuseeland

Im Hostel angekommen lebte ich mich schnell ein! Ich fühlte mich sofort zuhause und merkte wie gestresst ich doch in den letzten Jahren in der Uni war. Zunächst fiel es mir wirklich schwer einfach mal abzuschalten und mich zu entspannen. Doch ich machte es mir zur Gewohnheit nach der Arbeit für 1-2 Stunden in die Natur zu gehen und runter zu kommen.

Coustumhouse- Nelson

So sah ich jeden Tag einen neuen schönen Platz um und in Nelson und genoss den Strand, Fluss und die Berge.

Internationales Dinner

Da ich leider nur mit einem Touristenvisum hier in Neuseeland bin, darf ich während des Praktikums kein Geld verdienen. Um trotzdem nicht mein komplettes Bankkonto während der Zeit zu plündern fragte ich Marcus, den Hostelbesitzer, ob ich ihm etwas unter die Arme greifen könnte und dafür kostenlos im Hostel wohnen dürfte. Er war begeistert von der Idee, da er momentan außerhalb des Hostels noch weitere Jobs hatte. So wurde ich zur Hostelmanagerin.

Biking Nelson

Mein Tag beginnt momentan um 5.30 Uhr. Ich nutze die Kühle des Morgens und die freie Zeit bevor mein Tag stressig wird um etwas Morgensport zu treiben. Nach dem Morning-Run und Yoga verteile ich die Aufgaben an mein Putzteam und manage die Check-Outs und Check-Inns des Tages. Je nach Zeit unterstütze ich das Putzteam noch etwas, bis ich dann gegen 10 Uhr zum Praktikum losradel.

Erkunden der Natur

Mein Praktikum ist einfach fantastisch, ich lerne jeden Tag Neues und bekam gleich zu begin viel Verantwortung und Freiheit in meinen Aufgaben. Nach dem Praktikum geht es kurz zurück ins Hostel um zu checken ob alles noch steht. Dann gibt es meine Auszeit in der Natur. Nach ein paar Stunden geht es zurück in das Hostel, hier findet man doch immer wieder neue Aufgaben.

Strand auf Rabbit Island

Die Arbeit im Hostel ist unglaublich abwechslungsreich! Ich liebe es mir zu vielen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichen Hintergründen zu arbeiten. Langweilig wird es einem hier nicht!

Höhlen tour

Am letzten Wochenende habe ich ein internationales Dinner im Hostel organisiert. Jeder war eingeladen ein Gericht von seinem Herkunftsland zu kochen. Am Abend saßen wir zusammen und hatten ein spaßigen und sehr leckeren Abend 🙂

Wanderung am Able-Tasman

Die Zeit verfliegt und nun steht mir nur noch eine Woche des Praktikums bevor… Auf der einen Seite bin ich wirklich traurig, dass diese wundervolle und lehrreiche Zeit bald vorbei sein wird. Auf der anderen Seite bin ich unglaublich gespannt, was ich in der Zeit danach erleben werde!

Wasserfall dusche

Mit dem Abschluss des Praktikums habe ich mein Studium der Umweltnaturwissenschafen beendet. Nun bin ich absolut frei! Ich weiß nicht viel, nur dass ich zunächst wahrscheinlich nicht wieder zurück nach Deutschland kommen werde. Ich habe Lust Kulturen zu erleben, Länder und Gebräuche zu entdecken und Menschen und ihre Geschichten kennen zu lernen.

Hostel leben:)

Man kann also gespannt sein wo ich wohl in zwei Wochen dann stecken werde. Nun ja zumindest sollte ich langsam schauen, dass ich etwas Geld verdiene 🙂

Erste Woche Costumhouse – Gelato for free!!!

Überglücklich kam ich vor 3 Tagen im Customhouse in Nelson, Neuseeland an (Zum Blogeintrag).
Es war Wochenende und das Hostel war wegen des großen Festivals in der Stadt komplett ausgebucht. Marcus, der Hostelbesitzer, hat damit schon gerechnet und im Voraus weniger Betten auf den Onlineplattformen angeboten.
,,Ich kenne doch die Backpacker, die kommen planlos in diese Stadt, wissen nichts von dem Festival und den ausgebuchten Zimmern und denken, dass sie spontan noch ein Bett bekommen. Ich bin einfach gerne für die hilfesuchenden Backpacker da und denke etwas im Voraus für sie mit…”
Und genau so hatte ich Marcus in Erinnerung! Als ich 2013, am Anfang meines Work&Travel Jahres, das erste mal hier im Customhouse ankam, hatte ich absolut kein Geld mehr und brauchte dringend einen Job. Ich wusste nicht wie ich das Hostel ohne Job bezahlen sollte und schnell einen Job zu finden war hier im Sommer Glückssache. Zwar gibt es hier in der Gegend viel Farmarbeit, doch Neuseeland war gerade zu dieser Jahreszeit voll mit Backpackern, die alle ihr Reisebudget aufbessern wollten.

Arbeit auf der Gemüsefarm 2013

Marcus nahm mich jedoch herzlich auf, ich durfte mich um das Hostel kümmern und sparte somit die Ausgaben für Unterkunft währenddessen ich nach einem bezahlten Job ausschau hielt. Auch bei der Jobsuche unterstütze mich Marcus tatkräftig und kontaktierte einige Farmer in der Umgebung.
Nach zwei wunderschönen Wochen des Wartens und Hostelputzens, was wirklich eher wie ein Urlaub war, hatte ich dann einen Job als “Apple Thinner” gefunden.

Danach arbeitete ich noch ein paar Wochen auf einer Gemüsefarm in der Nähe, somit verbrachte ich 4 Monate im Costumhouse. All die Backpacker wuchsen in der Zeit zu einer großen Hostelfamilie zusammen. Wir verbrachten Weihnachten und Neujahr zusammen, feierten regelmäßig am Wochenende nach der schweren Farmarbeit und erkundeten bezaubernde Strände und Hölen in der Umgebung. Es war ein wundervolles Leben.

Und nun war ich wieder in diesem Hostel angekommen. Nur diesmal ohne meine Hostelfamilie von 2013. Ich hatte wirklich etwas Angst, diese unglaublich schönen Erinnerungen zu zerstören, wenn ich wieder hier zurückkehre. Natürlich machen die Menschen auch einen Ort aus und tragen zu der Atmospähre und dem Wohlempfinden bei.

Doch was soll ich sagen, auch dieses Mal fühlte ich mich hier auf Anhieb wohl und Zuhause. Auch wenn durch das Festival noch viel Trubel hier im Hostel war und sich niemand wirklich kannte, fand ich schnell Anschluss und schon am zweiten Tag organisierten wir ein internationales Dinner. So lernten wir uns alle schnell gut kennen.

Auch Marcus, war genau so hilfsbereit geblieben wie ich ihn in Erinnerung hatte. Nachdem ich ihm erzählte, dass ich einige zwei Monate im Hostel wohnen möchte und ein Praktikum in der Stadt absolviere, bot er mir an, im wieder etwas bei der Leitung des Hostels zu helfen und somit meine Kosten für die Unterkunft zu sparen. Dieses Angebot nahm ich natürlich sehr gerne an und leitete gleich von Beginn an das Putzteam des Hostels, spang ab und an beim Check-in ein und half bei weiteren organisatorischen Dingen. Arbeit war das für mich nicht wirklich. Das Hostel ist in meinem Herzen mein Zuhause, hier liebe ich es mich um alles zu kümmern und freue mich wenn ich glückliche Leute um mich habe.

Nach drei Tagen war auch das Festival zu Ende und der Trubel im Hostel beruhigte sich. Nun waren statt den 50 Menschen nur noch an die 20 Backpacker im Hostel, welche von denen ein Großteil hier arbeiteten oder nach einem Job suchten und “Long-Term” im Hostel waren.

Hostelfamilie Frühstück 2020

Schnell wuchsen wir zusammen und ich freundete mich sehr gut mit den zwei Italienern, Luca und Andrew, an. Sie beide arbeiten in einem italienischen Eisgeschäft in der Stadt und waren für die Gelatoproduktion verantwortlich. Fantastisch für uns, da das ganze Hostel kostenlose Lieferungen von Gelato bekam. Wie für Italiener üblich, lieben sie Essen und kochten tagtäglich köstliche Gerichte. Sehr oft wurde ich eingeladen und genoss die traditionelle italienische Küche in Neuseeland.

Tag für Tag wurde ich jedoch nervöser. Das Praktikum würde in zwei Tagen beginnen. Freude und Anspannung sammelten sich zunehmen in mir an…

Angekommen in Nelson, Neuseeland – Alles nur schöne Erinnerungen oder Realität?

Sonnenuntergang in Nelson – Neuseeland 2016

Nun war es also soweit, endlich war ich wieder in Nelson (Neuseeland) angekommen. Vor 4 Jahren hatte ich das letzte mal diese traumhafte Stadt besucht und während meines Studiums in Deutschland immer wieder davon geträumt hierher zurück zukehren.
Und jetzt war ich da, Glücksgefühle überkamen mich!
Zugegeben, ich hatte dann doch ein mulmiges Gefühl, als ich den Flug nach Neuseeland gebucht habe… War es vielleicht alles nur ein rosaroter Backpacker-Traum der mir so gut in Erinnerung geblieben ist. Ich dort einfach einen guten Zeitpunkt erwischt habe – Die richtigen Leuten zur richtigen Zeit getroffen habe und sich jetzt aber alles verändert hat.

Erinnerungen an das freie Backpacker-Leben


Ich hatte große Angst meine schönen Erinnerungen zu zerstören, Zweifel bauten sich zunehmend auf, ob dich diese Reise tatsächlich antreten sollte oder ob es doch besser sei dieses Kapitel als eine wundervolle Erfahrung abzuspeichern und nicht wieder anzutasten.

Nelson 2016 – Eine Stadt zum verlieben

Doch ich entschied mich mein Traumland und vor allem meine Traumstadt Nelson wieder zu besuchen. Und jetzt war ich da – Glücksgefühle überkamen mich. Ich fühlte die Wärme und Gelassenheit, welche man als Kind in den Armen seiner Eltern empfindet. Als ich 2013, vor 6 Jahren das erste Mal mit meinem kleinen Backpackervan hier ankam, kam in mir sofort eine starke Verbundenheit und Wohlempfinden hoch. Zu dieser Zeit war ich Vogelfrei, lebte in meinem Van und plante nicht viel. Ich wusste nur eins – dieser Ort war etwas ganz besonderes, hier musste ich länger bleiben.

Ein paar Tage zuvor lernte ich damals auf einem Festival in der Nähe Max, Philipp und Nico kennen. Sie waren hier in Nelson in einem Working Hostel untergebracht und arbeiteten seit ein paar Wochen auf einer Gemüsefarm.

Arbeit konnte ich zu dieser Zeit ebenfalls sehr gut benötigen, so checkte ich ebenfalls in das Working Hostel “Costumhouse” ein und begab mich auf die Suche nach einem Job. Ich fühlte mich einfach nur Zuhause und angekommen! Nach einiger Zeit fand ich ebenfalls Arbeit auf einer Apfel-farm und die Gemeinschaft in dem Working Hostel wuchs zu einer großen und bunten Backpacker Familie zusammen. Hier kümmerte sich Jeder um Jeden, nach der Arbeit ging man zusammen zum Strand und kochte am Abend zusammen. Ich besaß zu der Zeit nicht viel, verkaufte zu beginn meinen Van und sparte all mein Geld für die weitere Reise. Jedoch war wohl eine der schönsten Zeiten in meinem Leben.

Und nun, ja nun stand ich wieder vor dem Hostel, 6 Jahre später… Eine Mischung von Aufregung, Nervosität und Freunde strömte durch meinen Körper, das Gefühl kaum zu beschreiben!

Haven Street. Straße in der sich das Costumhouse befindet.


Würde mich der Hostelbesitzer Marcus denn überhaupt noch erkennen? Viele Jahre sind vergangen, vor 4 Jahren, 2016 war ich das letze Mal zu Besuch… Täglich checkten hier neue Backpacker ein, da vergisst man in solch einer Zeit leicht ein paar Gesichter. ,,Ok das reicht nun!” … hör nun endlich auf nachzudenken. Ich stehe an der Terasse des Hostels und schreite langsam voller Aufregung zur Eingangstür….

Eingangsbereich Costumhouse

Mit jedem Schritt kamen Erinnerungen hoch. Noch ein paar Meter bis zur Tür, durch das Fenster sah ich bereits Marcus. Er saß an der Rezeption und unterhielt sich mit einem neu angekommenen Gast. Als ich durch die Eingangstür trat schaute er mich an, sofort machte sich ein breites Grinsen in seinem Gesicht breit. ,, Long time no see” sagte er mit freudiger Stimme und gab mir eine herzliche Umarmung.

Mein Hostelbett 🙂

Da hatte er recht, lange, viel zu lange hatten wir uns nicht mehr gesehen und viel zu lange war ich von diesem wundervollem Ort fern gewesen. Marcus fragte in welches Zimmer ich gehen wollte und gab mir den Schlüssel. ,, Welcome home, we will catch up later, you know where everything is”. Entschuldigte er sich bei mir und wandte sich wieder zu dem neu angekommenen Gast.

Essbereich im Hostel

Ja willkommen Zuhause! In diesem Moment war wirklich alles perfekt! Ich brauchte nichts weiteres. Einfach nur hier zurück angekommen zu sein, den Moment genießen und alles auf mich wirken lassen.
Erstaunlich wie einfach Glück sein kann!

2020 – Wieder zurück am Stand in Nelson, nur 2 Minuten von meinem Hostel Customhouse entfernt
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