Auslandsstudium – Los geht´s

,,Oh stimmt, die Schuhe vom Regal noch”, ich schnappe meine Laufschuhe von unserem Schuhregal im Flur meiner WG in Freiburg und stopfe sie in eine von drei bunten Tragetaschen auf meinem Boden. Neben ihnen steht mein vollgepackter blauer Backpacker Rucksack und ein großer Reisekoffer. Das waren nun wohl all meine kompletten Besitztümer… Okay, ich hatte noch zwei Räder und meine Ski, welche ich unbedingt mit nach Italien nehmen wollte.
Ich war so froh, als meine Mutter und mein Bruder sich bereit erklärten mich mit dem Auto und meinen Besitztümern nach Bozen zu fahren. in Bozen, in dem traumhaft schönen Südtirol, wurde ich für ein Masterstudium angenommen.

Meine Reise durch die Südtirol vor einem Jahr – Ich war so begeistert von dieser Landschaft!

Als ich vor einem Jahr mit dem Rad auf meiner Reise von Deutschland nach Kroatien durch Bozen kam, war ich von der Umgebung so angetan und habe mich gefragt, ob man den etwas hier in der Gegend studieren könnte. Vor einigen Monaten, als ich mich für Masterstudiengänge beworben habe, ist dieser Gedanke in mir wieder hochgekommen und ich habe spaßeshalber mal nachgeschaut was die Universität Bozen so bietet. Zu meinem Erstaunen habe ich einen für mich wohl perfekt passenden Studiengang gefunden ,,Environmental Management of Mountain Areas”. Ich war total begeistert, dass es überhaupt so ein Studiengang gibt. Nachdem ich mich genaues darüber informiert hatte, war jedoch der Glaube daran in diesem Studiengang angenommen zu werden sehr klein… 19 Student werden international nur angenommen, ,, Na, dann ist die Wahrscheinlichkeit wohl sehr gering, dass ich dort studieren kann”. Nichtsdestotrotz schrieb ich eine Bewerbung, machte mir aber nicht all zu große Hoffnungen. Umso großer war die Freunde als ich aus heiterem Himmel eine Zusage bekam. Ich konnte es kaum fassen und musste mich auch nicht groß entscheiden, ob ich dies annehmen sollte.

Aufbruchstimmung in meinem WG Zimmer in Freiburg – Kurz vor Auszug

Und nun stand ich nervös, freudig in meinem momentanen WG Zimmer in Freiburg. Ja davon musste ich nun Abschied nehmen. Davon und von meinen engen Freunden hier… Es fällt mir unheimlich schwer Freiburg, die Stadt in der ich vor 4 Jahren mein Studium der Umweltnaturwissenschaften begonnen habe, zu verlassen.
Vor meinem Studium war ich 3 Jahre rastlos unterwegs, ich wohnte höchstens 3 Monate an einem Ort um zu arbeiten und reiste heiter durch die Welt. Nie hätte ich gedacht, dass ich es für eine längere Zeit an einem Ort aushalten würde, doch Freiburg hat mich etwas anderes gelehrt.

Biken in Freiburg – Ich werde diese Landschaft und die Menschen so vermissen!
Bouldern im Blockhaus, Freiburg – Ein Ort an dem man sich nur wohlfühlen kann!


Auch wenn ich diesen Ort immer wieder verlassen habe, sind sehr enge Freundschaften entstanden. Vielleicht auch gerade weil ich diesen Ort immer wieder verlassen habe, denn immer dann habe ich gemerkt, wie sehr mir diese Menschen wichtig sind und ich Heimweh bekomme. Ja ich fühle mich hier schon richtig wohl, doch jetzt heißt es mal wieder Abschied nehmen, dieses Mal wohl für eine längere Zeit. Denn ich weiß, da draußen wartet noch ein anderes Leben auf mich, voller Überraschungen und Erfahrungen, jetzt ist noch nicht die Zeit um mich hier niederzulassen.

Nur wenn du bereit bist das Gewohnte aufzugeben, wirst du von den Wundern des Neubeginns beschenkt.

“RINNNNNGGGG”, schon klingelte, pünktlich um 9 standen mein Bruder und meine Mutter vor der Tür. Schnell waren meine paar Taschen in das Auto geladen und die Räder montiert. Ich verabschiedete mich von Linda, meiner Mitbewohnerin, stieg ein und fuhr los. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, aus dieser mir so gewohnten und geliebten Stadt zu fahren… zu fahren in etwas unbekanntes, in etwas was komplett neu war, ich kannte niemand, keinen Menschen in Bozen… es war bedrückend doch zugleich ein so befreiendes Gefühl!

Aufwiedersehen Freiburg – Ich werde dich vermissen!

Wir fuhren durch atemberaubende Landschaften, an klaren Seen und Flüssen vorbei, durch grüne, saftige Täler und auf sich windenden Landstraßen. Die 5 Stunden Fahrt vergingen wie im Flug, ich übernahm größtenteils das Fahren, um mein Bruder und meine Mutter etwas zu entlasten, da sie noch die Rückfahrt vor sich hatten. Sehr genoss ich die Zeit mit Ihnen. Es war schön sie wieder zu sehen und einfach mal 5 Stunden im gleichem Raum mit ihnen zu sein.

Und nun fuhren wir den Brennerpass runter, nur noch wenige Minuten und ich werde mein neues Heim für die kommende Zeit sehen. Ich hatte das Glück und wurde in einem kleinen Studentenwohnheim angenommen. Dies würde mein finanzielles Polster hier als Student doch etwas entlasten, da ich hier im vergleich zu einem WG Zimmer in Bozen 200-400€ pro Monat sparen würde. Naja jetzt war ich dann aber doch sehr gespannt, was ich für dieses Schnäppchen bekomme. Meine Erwartungen setze ich vorsichtshalber sehr herunter, ,,Immerhin ist es günstig” sagte ich mir immer wieder.

Vom Brenner bogen wir auf kleine Seitenstraßen ab und fuhren an unzähligen Weinreben vorbei, das Studentenwohnheim liegt nördlich in der Altstadt. Ja doch die Umgebung scheint nett zu sein, hoffen wir mal dass wir nicht mehr all zu weit fahren. Doch da war schon das Wohnheim. Im mitten von Weinreben und alten italienischen Steinhäusern. ,,Wundervoll!” Dachte ich.


Ich betrat das Hauptgebäude, durch die momentanen Covid-19 Regelungen, musste ich mir ein Termin zum Einzug machen und durfte nur Hilfe beim Einzug von einer Person bekommen. Im Büro empfing man mich sehr herzlich. Mein Studentenwohnheim, das Collegium Marianum, ist ein sehr kleines Wohnheim mit 36 Zimmer und wird durch das größere Wohnheim Peter Riegel, welches gleich neben an ist, mitverwaltet.

Nach einer kurzen Einführung und Dokumentenkram, half mein Bruder mir mein Gepäck in mein Zimmer zu tragen. Ich war fasziniert, ich hab ein eigenes Bad mit Dusche und WC auf dem Zimmer, es gibt eine Bibliothek, einen Sportraum, ein Fußball und Volleyball Platz. Zudem gibt es zwei Küchen mit Terrasse. Es war unglaublich sauber und ordentlich hier, was ich nach meiner alten WG in Freiburg doch sehr zuschätzen wusste.

Sicht aus dem Fenster in meinem neuem Zimmer!

Kaum war mein Kram in mein Zimmer gebracht, musste ich mich auch schon wieder von meinem Bruder und meiner Mutter verabschieden… Da mein Bruder morgen wieder zur Arbeit muss, hatten sie heute noch den ganzen Rückweg vor sich. So nun sitze ich wieder da – allein – in meinem neuen Zimmer in Italien. Alles so unbekannt und fremd.
Das ist das wohl der Neuanfang – Der Start von etwas ungewissen. Was werde ich wohl alles hier erleben? Was lernen? Was lieben? Und was wird mich herausfordern?

– Alles Neu-

Nichts macht so viel Angst wie ein Neuanfang – und nichts bietet so viel Chancen!

Published by Steffi Storz

Naturwissenschaftlerin, Sportlerin und Gründerin von BikingNature

4 thoughts on “Auslandsstudium – Los geht´s

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