Los geht das Abenteuer – Stopover Shanghai

Nach drei wunderschönen Monate in meiner Mädels-WG in Freiburg war es wieder soweit: Rucksack packen und ab in ein neues Abenteuer!

Monate habe ich damit verbracht nach einem interessanten und passenden Praktikumsplatz zu suchen. Immer wieder wurde ich von Absagen niedergeschlagen. Doch ich wollte nicht nur irgendein Praktikum machen, es sollte für mich passen und mich weiterbringen.

Ganz unerwartet erhielt ich eine Einladung zu einem Skypegespräch aus Neuseeland. Aus lauter Übermut hatte ich mich dort in Nelson (Südinsel) in einem Environmental Center beworben.

Und da steh ich nun, nach einem sehr positiven Skypegespräch, mit meinem gepackten Rucksack und jetzt marschiere freudig aufgeregt zum Bus. Nächste Station Frankfurt Flughafen!

Travis, seit 6 Jahren mein treuer Reisebegleiter

Nach einem 10 stündigen Flug hatte ich ein Stopover in Shanghai, China. 15 Stunden bis zum Anschlussflug nach Auckland – Das schreit nach einer kleinen Stadttour. Am Flughafen treffe ich auf Theresa und Matze, welche sich mit mirzusammen auf die Suche nach einem funktionierenden ATM machen. Nach vergeblichen Versuchen an unterschiedlichen Bankautomaten mit unterschiedlichen Bankkarten legen wir unsere letzten Euroscheine zusammen und sparten so uns somit auch die Gebühren an der Wechselstube.

Goodbye Germany

Ab ging es in die Metro! Theresa, welche ihren Freund in Shanghai während seinem Auslandssemester besucht, musste uns leider schon nach ein paar Stops verlassen. Matze und ich fuhren heiter weiter richtung Zentrum. Am People´s Square stiegen wir aus und machten uns auf Erkundungstour. So wirklich Ahnung von der Stadt hatte keiner von uns.

Shanghai

Es war ruhig- ungewohnt ruhig!
Matze und ich waren beide überrascht – Ruhe und extreme Sauberkeit – Das hatten wir beide von der Millionen Metropole wirklich nicht erwartet. Die Stadt war gut gefüllt von Autos, doch wir stellten fest das ein Großteil der Autos leise E-Autos waren. Wie in Asien üblich war auch hier die Stadt von Rollern gesäumt – welche hier aber ebenfalls fast aussschließlich elektrobetrieben waren. Dies machte die Sache für die Füßgänger jedoch etwas gefährlich, die Roller rasten gerne mal still und heimlich von hinten auf den Gehwegen heran und fuhren wild durch die Gegend.

Shanghai

Beide beschlich uns das Gefühl ständig überall beobachtet zu werden. Schaute man sich aufmerksam um konnte man mit Leichtigkeit um die 10 Überwachungskameras entdecken. Auch das strenge Verfahren bei der Einreise mit Fingerabdruck-Entnahme gab uns ein sehr beengendes Gefühl. Hier wollte man sich nicht falsch Verhalten. Etwas geschockt waren wir über die Ampelanlagen, welche mit Gesichtserkennungkameras ausgestattet sind. Wenn man bei Rot über eine Ampel läuft, werden die Kameras ausgelöst. Das Gesicht erscheint groß an der Ampelanlage. Zu einem können die Behörden so auf Daten der Person zugreifen und diese bestrafen. Und zum anderen wird diese Person durch die öffentliche Anzeige der Fotos bloß gestellt. Fehlverhalten wird in China als eine Schande angesehen. Der Gesetzesbrecher soll durch diese Bloßstellung beschämt werden.

Wir machten uns in Richtung Waterfront um die 5°C und ein eisiger Wind machten unsere übermüdeten Körpern zu schaffen. Matze, der auf dem Weg nach Australien ist – wo genau wie in Neuseeland momentan hochsommerliche Temperaturen herrschen – war ebenfalls nur mit sommerlichen Klamotten ausgestattet. So nutzen wir die unterschiedlichsten Kaufhäuser auf unserem Weg um uns aufzuwären und bekamen gleichzeitig ein kleinen Einblick in das chinesische Konsumverhalten. Bunt, verspielt und übertrieben – Hauptsachen auffallen stand hier im Vordergrund.

Wir schlenderten über Lebensmittelmärkte auf denen einen ein süßlicher Geruch frisch gebackener Leckereien begrüßt. Dieser Geruch wird nach kurzem Weitergehen schlagartig von strengen Fischgeruch der getrockneten Meeresfrüchte übertrumpft. Halbe Schweine hängen neben gehäuteten Enten wie Dekoration nan den Wänden. Schildkröten und anderes Getier, welches ich beim besten Willen nicht bestimmen könnte, schwimmen quick lebendig in bunten Schüsseln rum. Gewöhnungsbedürftig aber auf jeden Fall interessant!

Skyline in Shanghai

An der Waterfront angekommen kam für einen kleinen Moment die Sonne raus. Ausgefroren stellten wir uns in die vereinzelten Strahlen und Genosse Überwältigt von der Skyline genossen wir Shanghai und reihten uns zu den Touris für ein nettes Selfi vor der Skyline ein.

Der Rückweg führte durch einen kleinen Park. Stille, Vögelgezwitscher, duftende Blüten,.. nur ein paar Schritte in den Park und man hatte nicht das geringste Gefühl sich in einer Großstadt zu befinden. Einfach nur erstaunlich!

Erschöpft fielen wir am Ende des Tages auf die Sitze in der Metro. Wir nickten beide auf der Rückfahrt zum Flughafen etwas ein und merkten nicht, dass die Bahn nicht wie gedacht die ganze Strecke zurück zum Flughafen fährt. Nach ein paar Stops in Richtung Flughafen kehrte sie um und fuhr entgegengesetzt. Matze weckte mich und fragte ob wir denn auf einmal in die falsche Richtung fahren und wo wir denn überhaupt sind. Wir waren beide extrem verwirrt und stiegen erst einmal aus. Langsam verstanden wir was geschah und lachten verschlafen über unser kleines Missgeschick. Gut, dass wir noch genügend Zeit für diesen kleinen Umweg hatten.

Am Flughafen trennten sich unsere Wege. Was ein Glück, dass ich hier am Morgen auf Matze getroffen habe und wir zusammen Shanghai erleben konnten!

Wieder zurück am Flughafen

Published by Steffi Storz

Naturwissenschaftlerin, Sportlerin und Gründerin von BikingNature

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